Фондові лекції викладачів факультету іноземної філології - Частина ІІІ - 2015

РОЗДІЛ 1. Фондові лекції з дисциплін циклу професійної та практичної підготовки для студентів ОКР «Бакалавр»

Ю.А. Крецька, кандидат педагогічних наук, старший викладач

Der einfache Satz

Дисципліна: Теоретична граматика першої іноземної мови

Вид лекції: тематична.

Дидактичні цілі:

Навчальні: висвітлити основні характеристики будови німецького речення, особливості простого речення та його підвидів.

Розвиваючі: розвивати у студентів уміння використовувати теоретичні знання з граматики мови в практичному мовленні та у викладанні німецької мови в школі.

Виховні: виховувати інтерес до вивчення німецької мови, ініціативність, самостійність, властивості творчої особистості.

Міжпредметні та міждисциплінарні зв'язки: лексикологія, стилістика, практична граматика німецької мови, практика усного та писемного мовлення першої іноземної мови.

Основні поняття: der deutsche einfache Satz; Aussage-, Frage- und Aufforderungssätze; emotional neutrale Sätze und Ausrufesätze; positive und negative, zweigliedrige und eingliedrige Sätze.

Навчально-методичне забезпечення: дидактичні матеріали.

Plan

1. Die Charakteristik des deutschen Satzbaus. Die allgemeine Charakteristik des deutschen einfachen Satzes.

2. Die Einteilung der einfachen Sätze. Aussage-, Frage- und Aufforderungssätze.

3. Emotional neutrale Sätze. Ausrufesätze.

4. Positive und negative Sätze.

5. Persönliche, unbestimmt-persönliche und unpersönliche Sätze.

6. Zweigliedrige und eingliedrige Sätze. Elliptische und abgebrochene Sätze.

7. Einfache nicht erweiterte und erweiterte Sätze.

Literaturverzeichnis

1. Абрамов Б. А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типология немецкого и русского языков [Текст] : Учеб. пособ. для студентов вузов] / Б. А. Абрамов. - М. : ВЛАДОС, 1999. - 285, [2] с.

2. Адмони В.Г. Теоретическая грамматика немецкого языка: строй современного немецкого языка: Учеб. пособие для студентов пед. институтов [Текст] / В. Г. Адмони.- 4-е изд., дораб. - М.: Просвещение, 1986. - 336 с.

3. Арсеньева М. Г. Грамматика немецкого языка [Текст] / М. Г. Арсеньева, И. А. Цыганова. - СПб. : «Союз», 2002. – 480 с. - (Изучаем иностранные языки).

4. Гулыга Е.В. Синтаксис современного немецкого языка (практический курс) : Пособие для студентов педагогических институтов / Е. В. Гулыга, М. Д. Натанзон. - M., Л.: Просвещение. - 1966. - 226 с.

5. Смеречанский Р. И. Грамматика немецкого языка / Р. И. Смеречанкий [Под общ. ред. С. П. Гандзюка]. - K.: Вища школа, 1981. - 312 с.

6. Шендельс Е. И. Практическая грамматика немецкого языка: Deutsche Grammatik : Morphologie, Syntax, Text : учебник для ин- тов и фак-тов иностр. яз. / Е. И. Шендельс. - 3-е изд, испр. - M. : Высшая школа., 1988. - 416 с. - На нем. яз.

7. Schülerduden Grammatik : Die Schulgrammatik zum Lernen, Nachschlagen, Üben. - hrsgg. v. der Dudenredaktion, bearbeitet von Peter Gallmann, Horst Sitta, Maria Geipel und Anna Wagner., 7., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. - Berlin : Dudenverlag. - 2013. - 527 S.

Text der Vorlesung

1. Die Charakteristik des deutschen Satzbaus. Die allgemeine Charakteristik des deutschen einfachen Satzes

Der Bau des deutschen Satzes wird dadurch charakterisiert, dass er zweigliedrig, nominativisch und verbal ist (B. Abramov, W. Admoni u.a.).

Im deutschen Satz sind in der Regel die beiden Hauptglieder vorhanden. Wenn der Täter nicht bekannt ist, nicht angegeben wird oder sogar nicht möglich und nicht vorstellbar ist, tritt in der Funktion des formalen grammatischen Subjekts das Indefinitpronomen man oder das unpersönliche Pronomen es auf:

Wir sprachen über die internationale Lage.

Man sprach über die internationale Lage.

Es wurde über die internationale Lage gesprochen.

Sätze, in denen die beiden Hauptglieder oder eines der Hauptglieder fehlen, kommen verhältnismäßig selten vor und sind für den deutschen Satzbau nicht charakteristisch.

Die Form des Subjekts im Deutschen ist der Nominativ. Das Subjekt wird in der Regel durch ein Substantiv oder durch eine andere substantivierte oder substantivisch gebrauchte Wortart im Nominativ ausgedrückt:

Die Kinder spielen im Garten.

Die Kleinen spielen im Garten.

Alle spielen im Garten.

Das Prädikat, im Ganzen oder ein Teil davon, wird im Deutschen immer durch ein Verb ausgedrückt:

Er arbeitet fleißig.

Er muss fleißig arbeiten.

Er scheint fleißig arbeiten zu wollen.

Er hat geglaubt fleißig gearbeitet zu haben.

Im nominalen Prädikat wird die Kopula immer durch ein Verb ausgedrückt.

Der Junge ist fleißig.

Der Junge wird fleißig.

Der Junge bleibt fleißig.

Der deutsche Satz charakterisiert sich außerdem durch eine verhältnismäßig feste Wortfolge. Die Hauptglieder nehmen im Satz in der Regel eine bestimmte Stelle ein. Dies trifft vor allem für die Stellung des finiten Verbs zu, die fest reglementiert ist. Die Stellung der Nebenglieder ist ebenfalls gebunden, aber nicht so sehr wie die der Hauptglieder.

Zwischen den Sätzen im Redestrom bestehen mannigfaltige Beziehungen. Nach der Art der Beziehungen zu den angrenzenden Redeabschnitten unterscheidet man zwei Arten von Sätzen: 1) einfache oder selbständige Sätze, deren grammatische Beziehungen zu den angrenzenden Redeabschnitten lose sind, und die eine selbständige kommunikative Einheit bilden; 2) zusammengesetzte Sätze, die aus zwei oder mehreren miteinander grammatisch und semantisch eng verbundenen Sätzen bestehen und zusammen eine komplizierte kommunikative Einheit bilden.

2. Die Einteilung der einfachen Sätze und ihre Charakteristik. Aussage-, Frage- und Aufforderungssätze

Die einfachen Sätze werden eingeteilt:

a) nach dem kommunikativen Ziel der Aussage (nach der Redeabsicht) in: 1) Aussagesätze, 2) Fragesätze und 3) Aufforderungssätze;

b) nach ihrer emotionaler Färbung in: 1) emotional neutrale Sätze und 2) Ausrufesätze;

c) nach der Art der Aussage in: 1) positive (bejahende) Sätze und 2) negative (verneinende) Sätze;

d) nach der Art des Subjekts in: 1) persönliche Sätze, 2) unbestimmtpersönliche Sätze und 3) unpersönliche Sätze;

e) nach dem Vorhandensein von Hauptgliedern in: 1) zweigliedrige Sätze und 2) eingliedrige Sätze;

f) nach dem Vorhandensein von Nebengliedern in: 1) nicht erweiterte Sätze und 2) erweiterte Sätze.

Der Aussagesatz enthält eine Mitteilung, die der Sprecher an den Hörenden (die Hörenden) richtet. Die Tonführung im Aussagesatz ist terminal (fallend oder steigend-fallend). Schriftlich werden Aussagesätze durch einen Punkt abgeschlossen.

Im Aussagesatz kann es gerade (direkte) und ungerade (indirekte) Wortfolge geben. Die Personalform des Verbs steht in Aussagesätzen immer in Zweitstellung.

Bei gerader Wortfolge steht an der ersten Stelle das Subjekt, an der zweiten der konjugierte Teil des Prädikats, danach folgen die Nebenglieder, und der nicht konjugierte Teil des Prädikats, wenn er vorhanden ist, steht am Ende des Satzes:

Anna arbeitet als Bibliothekarin.

Der Omnibus fährt ins Zentrum.

Der Schnee kann bei dieser Temperatur nicht schmelzen.

Bei ungerader Wortfolge steht an der ersten Stelle ein Nebenglied, an der zweiten Stelle der konjugierte Teil des Prädikats, an der dritten Stelle das Subjekt, dann folgen die anderen Nebenglieder, und am Ende des Satzes steht der nicht konjugierte Teil des Prädikats, wenn er vorhanden ist:

Von hier fährt der Omnibus ins Zentrum.

Bei dieser Temperatur kann der Schnee nicht schmelzen.

Sätze, die eine Frage enthalten, heißen Fragesätze. Durch die Fragesätze wird in der Regel eine Antwort (Mitteilung) gefordert. Bei der Bildung der Fragesätze sind rhythmisch-melodische Mittel, die Wortstellung und der Gebrauch der Interrogativa wichtig.

Man unterscheidet zwei Grundtypen von Fragesätzen: a) Fragesätze mit Fragewort (Ergänzungsfragen/Wortfragen) und b) Fragesätze ohne Fragewort (Entscheidungsfragen/Satzfragen).

In Ergänzungsfragen wird nach irgendeinem Satzglied gefragt, das in der Antwort enthalten sein soll und somit eine Ergänzung zur Frage bildet. Die Ergänzungsfragen beginnen mit einem Fragewort (Pronomen, Pronominaladverb, Adverb), z. B.: Wo arbeitest du? Wovon sprechen sie? Wie geht es Ihnen?

Die Fragewörter, die zur Gestaltung von Ergänzungsfragen dienen, sind die Interrogativpronomen (ohne oder mit der Präposition) und

die interrogativen Pronominaladverbien. Die Tonführung in den Ergänzungsfragen ist terminal (fallend).

Die Fragesätze ohne Fragewort verlangen eine Entscheidung zwischen einer bejahenden und einer verneinenden Antwort (es kann auch ein einfaches ja oder nein sein); sie beginnen mit dem finiten Verb und haben einen fallend-steigenden Satzton (steigende Satzführung): Fahren sie morgen? Möchtest du mitfahren?

Es gibt eine Abart der Entscheidungsfragen: die Bestätigungsfragen, die eine Zwischenstellung zwischen Aussagesatz und Fragesatz einnehmen. Auf solche Fragen wird meist eine bestätigende (bejahende) Antwort erwartet, daher die Bezeichnung Bestätigungsfrage. Oft erscheinen in solchen Sätzen die Partikeln doch, nicht, die Modalwörter wirklich, sicher, nicht wahr u.a. Die Wortfolge unterscheidet sich durch nichts von der der Aussagesätze:

Sie haben doch eine gute Bibliothek, nicht wahr? _

Sie werden sicher in der Versammlung sprechen?

Anna wohnt jetzt in Berlin?

Eine besondere Art von Fragesätzen stellen die sogenannten rhetorischen Fragen dar. Diese Fragen werden gebraucht, um den Zuhörer bzw. Leser auf eine bestimmte Tatsache aufmerksam zu machen. Der Sprechende erwartet keine Antwort. Werden diese Fragen beantwortet, so tut es der Sprechende bzw. Schreibende selbst.

Wie groß also ist er, der deutsche Wortschatz? Die Sprachwissenschaft schätzt ihn seit langem auf etwa 400000. (D. E. Zimmer)

Die Aufforderungssätze (Befehlssätze, Imperativsätze, Heischesätze) enthalten eine Willensäußerung des Sprechenden: Befehle, Aufforderungen, Anordnungen, Ermahnungen, Verbote, Warnungen, Bitten usw. Die Tonführung ist terminal.

Die Mittel der Bildung der Aufforderungssätze sind sehr mannigfaltig. Zu ihnen gehören verbale Formen (Imperativ, Präsens Konjunktiv, zum Teil Präsens Indikativ, Futur; Verbalnomina: Infinitiv I und Partizip II), Wortstellung (das finite Verb steht an der ersten Stelle: Kommen Sie!), besondere Satzkonstruktionen (eingliedrige Satzform, z.B.: Komm!), Richtungsadverbien oder Adverbialbestimmungen mit Richtungssemantik (Zurück!), die rhythmisch-melodischen Mittel, die am wichtigsten sind, weil gerade sie fast allen anderen Formen den Aufforderungscharakter verleihen. Ein beliebiges Wort kann in einer entsprechenden Situation als ein Aufforderungssatz wirken, wenn die Intonation imperativisch ist.

Also, Aufforderungssätze dürfen nicht mit dem Sonderfall Imperativsatz gleichgesetzt werden, der nur eine von vielen Möglichkeiten ist:

Gib mir schnell das Heft!

Könntest du mir das Heft geben?

Du gehst jetzt sofort ins Bett!

Das ich keine Klagen bekomme!

Für nähere Auskünfte wende man sich an das Rektorat.

Alle mal herhören!

Schneller!

Das Prädikat in den Befehlssätzen wird meistens durch ein Verb im Imperativ ausgedrückt und steht an der ersten Stelle. Das Subjekt steht nach dem Prädikat. In den Befehlssätzen, in denen das Prädikat durch ein Verb in der 2. Person Singular oder Plural des Imperativs ausgedrückt ist, fehlt in der Regel das Subjekt. Die Tonführung ist terminal. Die Aufforderungssätze mit dem Prädikat im Imperativ sind teils zweigliedrig, teils eingliedrig: „Zeigen Sie mal Ihre Papiere; öffnen Sie mal Ihre Aktentasche!“ (F. Erpenbeck)

„Macht die Tür zu“, sagte jemand. (E. M. Remarque)

Zuweilen tritt im eingliedrigen Satz zum Imperativ ein nachgestelltes Personalpronomen, und der Satz wird zum zweigliedrigen:

Leichner stößt Sif an: „Fahr zu mir nach Hause!“ Und zu Hans: „Komm du mit den ändern Genossen nach.“ (F. Erpenbeck)

In Aufforderungssätzen, die einen nachdrücklichen Befehl, ein Verbot oder eine Warnung enthalten, wird oft der Infinitiv oder das Partizip II gebraucht; sie stehen dann am Ende des Satzes:

Eine Patrouille kam heran. „Weitergehen! Nicht stehenbleiben. Los, weitergehen! Vorwärts!“ (E. M. Remarque)

Vorher aber kommandiert Oberleutnant Winfried...: „Kompanie, stillgestanden!“ (A. Zweig)

Zuweilen haben Aufforderungssätze die Form der Aussagesätze. Das Prädikat steht dann meist im Präsens oder Futur I Indikativ:

Du bleibst hier!

Du wirst hier bleiben!

Du hast hier zu bleiben!

Häufig werden in solchen Aufforderungssätzen auch die Modalverben (im Indikativ und Konjunktiv) gebraucht:

„Sie sollen mir folgen, und zwar möglichst unauffällig!“ (W. Bredel)

Die Befehlssätze können auch wie die Nebensätze (mit der Konjunktion dass) gebaut werden:

Dass es mir aber keine Streitereien mit der Mathilde gibt! (H. Fallada) Eine Aufforderung, eine Bitte, ein Befehl usw. können auch durch Sätze ausgedrückt werden, die kein Verb enthalten. In solchen Sätzen spielt die verstärkte Betonung und der Satzton eine entscheidende Rolle:

Vorwärts!

Mitmachen!

Der nächste, bitte!

3. Emotional neutrale Sätze. Ausrufesätze

In den emotional neutralen Sätzen wird ein Sachverhalt ohne starke persönliche Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Emotional neutrale Sätze können Aussagesätze, Fragesätze und Aufforderungssätze sein.

Du gehst nachmittags in die Bibliothek.

Gehst du nachmittags in die Bibliothek?

Geh nachmittags in die Bibliothek.

Die Aussage-, Frage- und Aufforderungssätze können emotional, mit starker persönlicher Anteilnahme zum Ausdruck gebracht werden. In diesem Fall nennt man sie Ausrufesätze.

Die in einem Ausrufesatz enthaltene Mitteilung wird von Empfindungen und Gefühlen begleitet wie z.B.: Freude, Zufriedenheit, Verwunderung, Wunsch, Unzufriedenheit, Bedauern, Empörung usw. Häufig treten zu diesen Sätzen Interjektionen, oft enthalten sie auch Partikeln:

Ach, unerträglich war dieses Leben! (B. Kellermann)

Welch ein herrlicher Tag doch heute war! (B. Kellermann)

4. Positive und negative Sätze

Positive (bejahende) Sätze sind die Sätze, in denen ein Sachverhalt bejahend festgestellt wird. Die bejahende Kraft der positiven Sätze kann durch die bejahenden und verstärkenden Modalwörter (jawohl, gewiss, sicher, zweifellos u. a.) verstärkt werden:

„Kommen Sie von draußen?“ - „Ja. Ich suche meine Eltern.“ (E. M. Remarque)

Jetzt wurde Mettenheimer zornig. „Das können Sie alles die Elli selbst fragen.“. ..Schulz... sagte ruhig: „Gewiss, das kann ich.“ (A. Seghers)

Ein verneinender (negativer) Satz ist ein Satz, dessen Gesamtinhalt oder dessen einzelne Glieder verneint werden. Also, man unterscheidet Satzverneinung und Teilverneinung. Bei der Satzverneinung wird der Prädikatsbegriff und somit die gesamte Aussage verneint: Er kommt nicht. Bei der Teilverneinung bezieht sich die Verneinung nur auf ein Satzglied: Er kommt nicht allein. Nicht er kommt, sondern sein Bruder.

Die Sprache verfügt über ein ganzes System von Mitteln zum Ausdruck der Verneinung. Die Ausdrucksmittel der Verneinung sind:

a) die Partikel nicht;

b) die verneinenden Modalwörter nein, mitnichten, keineswegs, keinesfalls;

c) die Adverbien nie, niemals, nimmer, nimmermehr, nirgends, nirgendwo, nirgendwohin;

d) die Indefinitpronomen kein, niemand, nichts;

e) das iterative Numerale keinmal und das Gattungsnumerale keinerlei;

f) die Konjunktionen weder...noch, kein...noch, nicht...noch, nicht... geschweige denn, kein...geschweige denn, ohne zu, statt zu usw.

Als Hauptmittel der Verneinung dient die Partikel nicht. Sie kann ein beliebiges Satzglied, das durch eine beliebige Wortart ausgedrückt wird, verneinen und steht in der Regel vor dem Satzglied, das sie verneint (außer dem Prädikat).

Wenn das Prädikat durch ein Wort ausgedrückt ist, steht die Verneinung nicht bei gerader Wortfolge am häufigsten am Ende des Satzes, seltener unmittelbar nach dem Prädikat bei der geraden Wortfolge und unmittelbar nach dem Subjekt bei der ungeraden Wortfolge:

Ich begreife deine Antwort nicht.

Ich begreife nicht deine Antwort.

Heute gehen wir nicht ins Konzert.

Wenn das einfache verbale Prädikat durch eine zusammengesetzte Form des Verbs ausgedrückt ist, steht die Verneinung nicht gewöhnlich bei gerader und bei ungerader Wortfolge vor dem nicht konjugierten Teil des Prädikats bzw. dem trennbaren Teil des Verbs.

Der Zug bewegte sich immer noch nicht. (E. M. Remarque)

Die Nacht war klar und nicht kalt. (E. M. Remarque)

Der Zug fuhr nicht ab. (E. M. Remarque)

Zuweilen enthält ein Satz mit der verneinenden Partikel nicht keinerlei Verneinung. Nicht dient hier zum Ausdruck einer unsicheren Annahme, einer höflichen Anfrage, einer bescheidenen Äußerung usw.:

„Mutter, ist da nicht noch etwas von dem Keks, den Erwin mitgebracht hat? Hol ihn doch heraus für Herrn Graeber.“ (E. M. Remarque)

Das verneinende Modalwort nein dient als Antwort auf eine Entscheidungsfrage. Da die Verneinung nein außerhalb des Satzverbandes steht, ist im Satz der Gebrauch einer zweiten Verneinung möglich.

Hat er dir das Buch gegeben?

(Hat er dir das Buch nicht gegeben?)

Nein, er hat mir das Buch nicht gegeben.

Auf eine negativ formulierte Frage folgt die positive Antwort mit doch.

Haben sie keine Geschwister? - Doch, ich habe einen Bruder.

Als Mittel der Verneinung treten in negativen Sätzen oft die Negativpronomen kein, keiner, niemand, nichts und die Adverbien nie, niemals, nirgends auf:

Niemand (keiner) antwortete.

Ich sah niemand (nichts).

Das Pronomen kein steht nur attributiv, und zwar bei einem Substantiv, welches man im entsprechenden bejahenden Satz mit dem unbestimmten Artikel oder artikellos gebraucht.

Dann roch er plötzlich den Rauch. Er blieb stehen. Es war kein Schornsteinrauch; auch kein Holzfeuer; es war Brandgeruch. (E. M. Remarque)

Außer den genannten Mitteln der Verneinung kann diese auch durch die Konjunktionen weder... noch, ohne zu, statt zu u.a. erfolgen.

Ihn fröstelte, er hatte weder Mantel, noch Decke, noch Strohsack. (W. Bredel)

Er schrieb weiter, ohne sich umzublicken. (B. Kellermann)

Der deutsche Satz unterscheidet sich im Gebrauch der Verneinung wesentlich von dem ukrainischen bzw. russischen. Der Hauptunterschied liegt darin, dass während im Ukrainischen bzw. Russischen mehr als eine Negation durchaus üblich ist, darf ein deutscher Satz nur eine Negation enthalten:

Sie hatte noch nie einen Schriftsteller... gesehen. (Th. Mann)

„Ich will niemand beleidigen...“ (Th. Mann)

In einigen deutschen Satzarten wird zum Unterschied von den entsprechenden ukrainischen oder russischen überhaupt keine Negation gebraucht:

1) in Sätzen mit den Adverbien fast oder beinahe und dem Prädikat im Plusquamperfekt Konjunktiv. Vgl.:

Beinahe wäre eine Scheibe zerbrochen, so heftig schlug der Wind die Balkontüre zu. (J. R. Becher)

Вітер з такою силою вдарив дверима балкону, що ледь не розбилося скло.

2) in Temporalsätzen mit der Konjunktion bis. Vgl.:

Und wieder schritt er mechanisch weiter..., bis er vor seiner Wohnung stand (Th. Mann)

І він машинально пішов далі.., поки не опинився біля свого дому.

5. Persönliche, unbestimmt-persönliche und unpersönliche Sätze

Sätze, in denen das Prädikat die Handlung, den Zustand oder das Merkmal einer genau angegebenen Person oder eines genau angegebenen Dinges bezeichnet, heißen persönliche Sätze. Das Subjekt kann in solchen Sätzen durch eine beliebige Wortart (mit Ausnahme des Indefinitpronomens man und des unpersönlichen Pronomens es) oder eine Wortgruppe ausgedrückt werden.

Die rote Dämmerung breitete sich immer mehr aus. Alles wurde unwirklich in dem sonderbaren Licht. (E. M. Remarque)

Sätze, in denen das Prädikat eine Handlung bezeichnet, die von unbestimmten Personen ausgeführt wird, heißen unbestimmt-persönliche Sätze. In solchen Sätzen wird das Subjekt durch das unbestimmtpersönliche Pronomen man ausgedrückt.

Man fragte Hans zu Hause, wo er so lange geblieben war. (A. Seghers) Wegen der Verdunklung sah man nirgends ein Licht. (H. Fallada)

In den unbestimmt-persönlichen Sätzen können zuweilen auch die Personalpronomen du und sie (3.P. Pl.) als Subjekt fungieren.

Das Pronomen du weist nicht auf die angeredete Person hin, sondern hat die verallgemeinernde Bedeutung und bezieht sich auf eine Reihe von unbekannten Personen:

Wenn du gesund sein willst, musst du Sport treiben.

Sie wird mit unbestimmt-persönlicher Bedeutung meist in der Umgangssprache gebraucht, wenn die gemeinten Personen nicht genauer bezeichnet werden sollen:

Nun war Marion außer sich vor Freude. „Wo warst du, Papa, was haben sie mit dir gemacht?“ forschte sie unter Tränen. (B. Kellermann)

In den unpersönlichen Sätzen ist der Täter ungewiß, das Subjekt wird durch das unpersönliche Pronomen es ausgedrückt. Das unpersönliche Pronomen es hat keinen semantischen Inhalt, sondern fungiert als formales Subjekt:

Es dunkelt

Es wird hier nicht geraucht.

Die unpersönlichen Sätze können auch bei ungerader Wortfolge kein formales Subjekt enthalten:

Es hungert mich. Mich hungert (es).

Die unpersönlichen Sätze mit es bezeichnen oft Naturerscheinungen (Es regnet) oder das seelische oder körperliche Befinden des Menschen (Es war mir schwül geworden).

Das unpersönliche es steht häufig bei Verben, die Handlungen bezeichnen, welche durch das Gehör wahrgenommen werden: rufen, schreien, klopfen u. a.:

„Kluge!“ rief es hinter ihm, aber nicht befehlend... (H. Fallada)

Gegen zwei Uhr nachts klopfte es bei Brentens an der Wohnungstür. (W. Bredel)

Manche unpersönlichen Sätze enthalten stehende Wendungen mit dem Pronomen es: es gibt, es handelt sich (um etwas), es kommt (auf etwas) an, es fehlt (an etwas) u. a.:

„Esgibt Kaffee“, sagte der Unteroffizier. (E. M. Remarque)

Es handelte sich um ein großes und wohlausgestattetes Puppentheater... (Th. Mann)

6. Zweigliedrige und eingliedrige Sätze. Elliptische und abgebrochene Sätze

Man unterscheidet im Deutschen die zweigliedrigen und die eingliedrigen Sätze.

Sätze, in denen beide Hauptglieder vorhanden sind, heißen zweigliedrige Sätze. Die Zweigliedrigkeit ist Norm des deutschen Satzbaus. Sogar wenn die handelnde Person nicht angegeben wird oder überhaupt nicht denkbar ist, tritt auch dann als Subjekt das Indefinitpronomen man oder das unpersönliche Pronomen es auf:

Um neun Uhr ging man zu Tische. (Th. Mann)

Es regnete fein und eisig auf seinen flachen Purpurhut (B. Frank).

Die zweigliedrigen Sätze haben zwei grammatische Zentren: Subjekt (oder Subjektgruppe) und Prädikat (oder Prädikatgruppe). Das Prädikat ist mit dem Subjekt durch Kongruenz (sie stimmen in Kasus, Zahl, und Geschlecht (letzteres nur im Singular) überein) verbunden. In den zweigliedrigen Sätzen wird das zeitliche Verhältnis durch die Form des verbalen Prädikats bzw. durch die Form des verbalen Teils des Prädikats ausgedrückt. Die verbale Form drückt auch meistens die Modalität aus.

Die eingliedrigen Sätze haben nur ein grammatisches Zentrum (die Gruppe des Subjekts oder die des Prädikats), sie bestehen aus einem Wort (einwörtige Sätze), z.B.: Aufstehen! Zurück! Schade. Ja! Nein!, oder aus einer Wortfügung, z.B.: Welch schönes Buch! Eine interessante Geschichte!

Die meisten Wissenschaftler teilen die eingliedrigen Sätze in 2 Gruppen: 1) verbale oder 2) nicht verbale.

Verbale eingliedrige Sätze sind vor allem Sätze, deren Prädikat durch die zweite Person Singular und Plural des Imperativs, durch das unabhängige Infinitiv oder Partizip, durch das unpersönliche Passiv bei ungerader Wortfolge oder durch ein Empfindungsverb bei ungerader Wortfolge ausgedrückt ist:

Kräfte sammeln zum letzten Gefechte! (E. Weinert)

Hier wird nicht gestört. (A.Seghers)

Unter den nicht verbalen eingliedrigen Sätzen unterscheidet man:

1) substantivische. Das sind die Sätze, die aus Substantiven im Nominativ mit oder ohne Bestimmungswörter bestehen. Sie werden nominale Sätze genannt und kommen als stilistisches Mittel der Beschreibung sehr oft in der schönen Literatur vor: Hotel-Terrasse am Meer. Links Glastür in den Salon. Mehrere Tische. Blühende Büsche unter dem Geländer. Blauer Himmel und blaues Meer. (H.Mann);

2) adverbiale: Nach einer Pause arbeitete er weiter. Langsam und besonnen. (B. Kellermann);

3) modale (Ja. Nein. Vielleicht. Gewiss. Keinesfalls): „Fährst du morgen auf den Markt?“ - „Ja“. (A. Seghers)

„Wir müssen leben“- „Sicher“(B. Brecht);

4) interjektionale: Juchhe! Also vorwärts, hinaus in die Welt! (M. Ebner Eschenbach).

E. Gulyga und M. Nathanson zählen zu den nicht verbalen eingliedrigen Sätzen auch die Adjektivsätze, die die Umgebung oder einen Gegenstand (eine Erscheinung) charakterisieren, z.B.: Schön! Wie gemütlich!

Im System des einfachen Satzes nehmen die elliptischen (unvollständigen) und die abgebrochenen (nicht beendeten) Sätze eine besondere Stelle ein.

In den elliptischen Sätzen fehlen ein oder mehrere Glieder (sie werden ausgelassen), sie sind aber aus dem Kontext oder nach der Analogie mit vollen zweigliedrigen Sätzen leicht wiederherstellbar.

Wer singt? - Die Schwester. (Das fehlende Prädikat geht aus dem Inhalt des vorangehenden Satzes hervor).

Die elliptischen Sätze kommen meistens im Dialog vor. Sie können sowohl Fragen, als auch die Antworten sein.

„Wie heißen Sie?“ - „Ackermann.“ - „Was sind Sie?“ - „Hilfsschreiber.“ - „Zivilberuf?“ - „Student.“ - „Wo verwundet?“ - „An der Somme.“ (B. Kellermann)

Zu den elliptischen Sätzen gehören auch die Sätze, in denen nicht das ganze Prädikat, sondern nur der konjugierte Teil fehlt:

Und du so ruhig, meine Tochter?(G. E. Lessing)

Tu, was ich dir befohlen! J. F. Schiller).

In den abgebrochenen Sätzen werden manche Glieder ausgelassen, da der Sprechende sehr affektiert ist. In einem nichtvollendeten (abgebrochenen) Satz kann nicht festgestellt werden, welche Glieder ausgelassen sind.

Unmöglich! ... Es ist nicht möglich!.. Nein, Gerda...Tom Die arme

Armgard! So musste es für sie kommen... (Th. Mann).

7. Einfache nicht erweiterte und erweiterte Sätze.

Die Sätze, die nur aus dem Subjekt und dem Prädikat bestehen, sind einfache nicht erweiterte Sätze. Solche Sätze nennt man reine einfache Sätze.

Der Winter ist gekommen.

Es schneit.

Der einfache erweiterte Satz besteht aus dem Subjekt, dem Prädikat und einem oder mehreren Nebengliedern.

Der Winter ist schon gekommen.

Es schneit seit einigen Stunden ununterbrochen.

Im Satz kann es mehrere Hauptglieder (Subjekte, Prädikate) oder mehrere gleichartige Nebenglieder geben. Demnach können Sätze mit gleichartigen Gliedern sowohl erweitert als auch unerweitert sein.





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