Фондові лекції викладачів факультету іноземної філології - Частина ІV - 2016

РОЗДІЛ 1. Лекції з дисциплін мовознавчого циклу і методики їх навчання

Г.В. Фоміна, кандидат філологічних наук, доцент

Die Integration der westgermanischen Großstämme im Frankenreieh. Die Entwicklung des Schrifttums

Дисципліна: Історія німецької мови

Вид лекції: тематична лекція з елементами бесіди

Дидактичні цілі:

Навчальні: усвідомлення базових понять історії німецької мови для формування самостійності в аналізі історичних особливостей розвитку й існування німецької мови.

Розвиваючі: навчити осмислювати здобуті знання, проводити аналіз поставленої проблеми, забезпечити мотивацію та інтерес до історії німецької мови.

Виховні: формувати науково-матеріалістичний світогляд, викликати інтерес до предмету, що вивчається.

Міжпредметні та міждисциплінарні зв'язки: лінгвокраїнознавство та лексикологія німецької мови, інтерпретації художнього тексту, культурологія, психологія, філософія.

Основні поняття (терміни): die Nationalität, der Dialekt, das Frankenreich, deutsch, Abrogans, die Versdichtung, Notker der Deutsche, die Zweite lateinische Welle.

Наочність: дидактичні матеріали - таблиці.

Theoretische Fragen

1. Die Herausbildung der deutschen Nationalität.

2. Die Bildung des deutschen Staates.

3. Der Beginn der schriftlichen Überlieferung der werdenden deutschen Sprache.

4. Der althochdeutsche Sprachraum und die althochdeutschen Territorialdialekte.

5. Der althochdeutsche Wortschatz.

Literaturverzeichnis

1. Бублик В.Н. Історія німецької мови. Навчальний посібник для студентів вищих навчальних закладів / В.Н. Бублик. - Вінниця: Нова книга, 2004. - 272 с.

2. Левицький В.В. Історія німецької мови. Посібник для студентів вищих навчальних закладів / В.В. Левицький. - Вінниця: НОВА КНИГА, 2007. - 216.

3. Левицький В.В. Основи германістики / В.В. Левицький. - Вінниця: Нова книга, 2006. - 520 с.

4. Левицький В.В. Практикум до курсу „Вступ до германського мовознавства” / В.В. Левицький, С.В. Кійко. - Вінниця: Нова книга, 2006. - 264 с.

5. Рахманова, Н.И. История немецкого языка. От теории к практике [Текст]: учебное пособие / Н.И. Рахманова, Е.Н. Цветаева. - Москва: Высшая школа, 2004. - 334 с.

6. Moskalskaja O.I. Deutsche Sprachgeschichte (Москальская О.И. История немецкого языка). Учеб. пособие для студ. лингв. ун-тов и фак. ин. яз. высш. пед. учеб. заведений / O.I. Moskalskaja. - M.: Издательский центр „Академия”, 2003. - 288 с.

Текст лекції

1.Die Herausbildung der deutschen Nationalität

Mit dem VI. Jhd. beginnt die Frühgeschichte der deutschen Sprache. Vorausgegangen war im III. und IV. Jhd. die Integration der westgermanischen Einzelnstämme zu großen Stammesverbänden. Die deutsche Nationalität ist aus den westgermanischen Großstämmen der Franken, Bayern, Alemannen, Thüringen und Sachsen hervorgegangen. Dieser Prozess dauerte vom V. bis zur Mitte des XI. Jhds. Eine führende Rolle spielten dabei die Franken und ihr König Chlodwig. Der nordfränkische König Chlodwig aus dem Geschlecht der Merowinger ergriff im V. Jhd. die Macht über das fränkische Gebiet. Unter seiner Führung eroberten die Franken die ehemalige römische Provinz Gallien und gründeten 486 ein mächtiges Reich, das bis zur Mitte des IX. Jhd. bestand. Das Frankenreich erreichte seine Blütezeit unter Karl dem Großen. Unter Karl dem Großen aus dem Geschlecht der Karolinger wurde das fränkische Reich erweitert, zuerst durch das Langobardenreich in Italien, dann durch Pannonien (das heutige Ungarn), später durch einen Teil Spaniens (804). Die Franken unterwarfen auch andere germanische Stämme: die Alemannen, die Thüringer, die Burgunder, die Bayern und zuletzt die Sachsen (814). Sie wurden gewaltsam christianisiert. Somit wurde der Grundstein für die deutsche Nationalität geschaffen.

2.Die Bildung des deutschen Staates

Das fränkische Reich breitete sich auf das Territorium vieler europäischer Länder aus. Es ist sehr wichtig, folgendes zu beachten: die Stammesdialekte der Bayern, Alemannen, Franken, Hessen und Thüringer bildeten später die Grundlage des Althochdeutschen. In der Kirche, beim katholischen Gottesdienst herrschte Latein. Germanische oder romanische Dialekte drängten zum Verkehr bei den Bauern und dem Adel.

Im Jahre 843 wurde das große Karolingische Reich durch den Vertrag von Verdun unter den Enkeln Karls des Großen aufgeteilt. Der westliche (französische) Teil wurde von dem östlichen (deutschen) getrennt. Den östlichen Teil (das spätere Deutschland) erhielt Ludwig der Deutsche. Den westlichen Teil (das spätere Frankreich) erhielt Karl der Kahle, das Mittelreich (Italien und das Gebiet, das später nach ihm Lothringen benannt wurde) erhielt Lothar. Dieser Akt förderte die Bildung des deutschen Staates, die weitere Konsolidierung der deutschen Stämme. Er war auch für die Entwicklung der deutschen Sprache von entscheidender Bedeutung. Der deutsche Staat wurde zu einem starken Königtum. Im IX. Jhd. wurde er Teutonia (das „Teutonische Reich”) genannt.

Auch die germanischen Stammessprachen wurden im Prozess der Konsolidierung der einzelnen Stämme immer mehr ausgeglichen. Im Rahmen des Frankenreiches entwickelten sich zwei Sprachen: die westlichen Franken eigneten sich die romanische Sprache Galliens (das Altfranzösische) an, die östlichen Stämme sprachen ihre germanischen Dialekte, das Althochdeutsche. Im Norden wurde das Althochdeutsche durch die sog. zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung abgegrenzt. Die von der zweiten Lautverschiebung betroffenen Gebiete (der mittlere und der südliche Teil des deutschen Sprachgebiets) werden als hochdeutscher Sprachraum angesehen, die übrigen altdeutschen Gebiete (Niedersächsisch, Niederfränkisch) gehören zum Niederdeutschen. Das Althochdeutsche weist zwei Dialektgruppen auf: Oberdeutsch und Mitteldeutsch. Zu der ersten Gruppe gehören das Alemannische, Baltische, Südrheinfränkische, Ostfränkische. Die zweite Gruppe bilden das Rheinfränkische, Mittelfränkische und das Thüringische. Die althochdeutsche Periode beginnt um 770 mit dem Beginn der schriftlichen Überlieferungen. Sie dauert bis zur Mitte des XI. Jhd. und umfasst drei politische Epochen: die Epoche des karolingischen Großreiches, die Epoche des Ostfränkischen Reiches (843-911) und die des Deutschen Reiches unter den sächsischen und fränkischen Königen (seit 919).

Der aus dem Ostfränkischen Reich hervorgegangene deutsche Staat wurde im IX. Jhd. vorwiegend Teutonia „das Teutonische Reich” genannt. In vielen lateinischen Quellen finden sich in derselben Bedeutung auch die Bezeichnungen „Germania”, „Germani”, „germanicus”. Das Wort „deutsch” erscheint 786 in der lateinischen Form „theodiscus” (belegt in einem Bericht des Nuntius Georg von Ostia an Papst Hadrian I), um 800

erscheint der Ausdruck „Teodisca linqua”, das bedeutet „volksmäßige” Sprache (jede germanische Sprache). Im IX. Jhd. trifft man schon in deutschen Texten die Bezeichnungen „diu diutisciu lant” und „diutisciu liute”. Im XV-XVI. Jhd. entsteht die Zusammensetzung „Teutschland, Deutschland”.

3. Der Beginn der schriftlichen Überlieferung der werdenden deutschen Sprache

Die schriftliche Überlieferung der deutschen Sprache beginnt um 770. Sie ist in der althochdeutschen Epoche eng mit dem Kirchenleben verbunden. Die Kirche wurde im Frankenreich durch die königliche Macht unterstützt, darum entstanden hier zahlreiche Klöster und Bistümer. In Klosterstuben wurden theologische Traktate, Gebete, Psalmen ins Deutsch übertragen, Geschichtswerke geschrieben, Bibelkommentare für die Schule und die Ausbildung der Geistlichen verfasst. Die Klöster wurden zu Hauptstätten der Bildung, zu Zentren des geistigen Lebens der frühfeudalen Gesellschaft. Es war notwendig, den Gottesdienst in der Muttersprache der Volksmassen abzuhalten. Aber die führende Rolle spielte noch wie früher das Latein. Diese Sprache herrschte im Gericht, im öffentlichen Leben. Die Historiker schufen in dieser Sprache.

Die ersten deutschen Sprachdenkmäler waren Glossare, d.h. Vokabelverzeichnisse mit Übersetzungen und Interlinearübersetzungen der kirchlichen Texte. Sie wurden beim Lateinunterricht in Klosterschulen verwendet. Das älteste deutsche Sprachdenkmal, das zeitlich und örtlich bestimmt werden konnte, ist der um 770 in Freising verfasste „Abrogans”.

Unter den größeren prosaischen Werken sind die Übersetzung des lateinischen theologischen Traktats des Erzbischofs von Sevilla Isidor „Über den katholischen Glauben”, die Evangelienübersetzung des christlichen Schriftstellers Tatian aus Syrien und die Übersetzung der Benediktinerregel genannt.

Die Versdichtung diente auch der Verbreitung des Christentums. Zu nennen sind:

1) Das Bruchstück des Poems „Muspilli” (über den Weltuntergang und das Jüngste Gericht (um 830);

2) Die „Evangelienharmonie” des gelehrten Mönchs Ottfried (865) (eine Nachdichtung der Bibel);

3) Das Gedicht „Ludwigslied” (über die Heldentaten des Königs Ludwig des Dritten).

Keine andere germanische Sprache und Literatur tragen einen so starken christlichen Charakter wie die frühdeutsche. Die alte germanische epische Dichtung, heimische Lieder und Sprüche lebten nur

in mündlicher Überlieferung. Das einzige erhalten gebliebene Denkmal der epischen Dichtung ist ein Fragment aus dem „Hildebrandslied” (es entstand im VII. Jhd. und wurde um 815 von zwei Mönchen des Klosters Fulda aufgezeichnet. Aus dem X-XI. Jhd. sind zwei lateinisch-deutsche Gesprächssammlungen zu nennen.

Eine hervorragende Persönlichkeit war Notker der Deutsche (9551022) - Philosoph und Übersetzer, der Schulvorsteher im Kloster St. Gallen, er übertrug zahlreiche Psalmen und lehrhafte Texte ins Deutsche (das Werk „Vom Trost der Philosophie”), philosophische Schriften von Aristoteles, er schuf viele philosophische Termini.

4. Der althochdeutsche Sprachraum und die althochdeutschen Territorialdialekte

Die Grenzen der althochdeutschen Territorialdialekte wurden von den Herzogtümern bestimmt.

Alemannisch. Im Südwesten des Reiches lag das Herzogtum Schwaben (nach dem alten Stamm der Sweben benannt). Es erstreckte sich über das Territorium des heutigen Baden-Württemberg, über den heutigen deutschsprachigen Teil der Schweiz und seit 925 über den Hauptteil des Elsass. Der Territorialdialekt des Herzogtums Schwaben heißt Alemannisch.

Bairisch. Im Südosten, östlich des Lechs (Nebenfluss der Donau) lag das Herzogtum Bayern. Es erstreckte sich über den größten Teil des heutigen Bayern und über das heutige Österreich. Sein Territorialdialekt heißt Bairisch. Bairisch und Alemannisch bilden den Grundstock der oberdeutschen Dialekte.

Fränkisch. Der fränkische Dialekt wurde in den Herzogtümern Franken und Lothringen gesprochen. Franken lag nördlich von Schwaben, im mitteldeutschen Raum. Es erstreckte sich über die heutigen westdeutschen Länder Rheinland-Pfalz, Hessen, die Landschaft Franken im Nordwesten Bayerns und grenzte im Norden und Nordwesten an das Herzogtum Lothringen. Auf der großen Fläche, die der fränkische Dialekt einnahm, wies er mehrere Abstufungen vom Oberdeutschen zum Niederdeutschen auf; dementsprechend wird er in einige Unterdialekte (Mundarten) gegliedert.

Zum Oberdeutschen zählt man die fränkischen Mundarten, die an der fränkisch-schwäbischen und an der fränkisch-bayrischen Grenze liegen, und nämlich Südfränkisch und Ostfränkisch.

Zur mitteldeutschen Dialektgruppe gehören das Rheinfränkische in der Pfalz (Mainz, Frankfurt, Worms, Speier) und das Mittelfränkische (Koblenz, Trier, Luxemburg, Saargebiet, Köln, Aachen).

Zur niederdeutschen Dialektgruppe gehört das Niederfränkische im Raum von Kleve (heute an der deutsch-niederländischen Grenze im Land Nordrhein-Westfalen), im ganzen Nordosten des Herzogtums Lothringen (das heutige Nieder- und Mittelbelgien: Flandern und Brabant) und im östlichen Teil des Herzogtums (in den heutigen Niederlanden). Es grenzt im Osten an das Sächsische.

Sächsisch. Das Herzogtum Sachsen lag im Norden des Reiches. Es erstreckte sich von der Elbe westwärts bis zur Ems über das Territorium des heutigen Schleswig-Holstein, Niedersachsen, über den westlichen Teil Sachsen-Anhalts, südwärts bis zum Harz.

Da Sachsen erst am Anfang des IX. Jhds. nach den Sachsenkriegen Karls des Großen (772-804) dem Frankenreich angegliedert war, bewahrte das Altsächsische am Anfang der schriftlichen Überlieferung noch die Stellung einer selbständigen altgermanischen Sprache gegenüber dem Althochdeutschen. Das bedeutendste Denkmal des Altsächsischen ist das Poem „Heliand” („Der Heiland”), das um 830 im Auftrag Ludwigs des Frommen, des Sohnes Karls des Großen, geschrieben wurde und der Propaganda des Christentums unter den Sachsen dienen sollte.

Die Annäherung des Altsächsischen an das Althochdeutsche begann bereits im IX. Jhd. Sie vollzog sich unter dem Einfluss des fränkischen Dialekts, der schon im „Heliand” bemerkbar ist. Im X. Jhd., als die sächsischen Herzöge deutsche Könige und römische Kaiser wurden (919-1024), nahm der Einfluss des Althochdeutschen zu. Infolge der Konsolidierung der deutschen Nationalität entwickelte sich das Altsächsische immer mehr zu einem Territorialdialekt der deutschen Sprache und bildete den Grundstock des Niederdeutschen.

Thüringisch. In Thüringen, im nordöstlichen Mittelraum zwischen den Herzogtümern Franken und Sachsen, wurde der thüringische Dialekt gesprochen. Er gehörte zur mitteldeutschen Dialektgruppe.

Das wachsende Gemeinschaftsbewusstsein der werdenden deutschen Nationalität und das Gefühl der Gemeinschaft der Territorialdialekte, die in der Verbreitung der Bezeichnung „Teudisca lingua”, in der Folgezeit auch „die diutisca zunga” ihren Ausdruck fand, führten in der althochdeutschen Zeit noch nicht zum sprachlichen Ausgleich. Die einzige Existenzform der werdenden deutschen Sprache waren nach wie vor die Territorialdialekte geblieben. Es fehlten eine einheitliche ökonomische Basis sowie ein intensiver Verkehr zwischen den einzelnen Landschaften, so dass auch keine Kommunikationsverhältnisse und Kommunikationsbedürfnisse bestanden, die zur Herausbildung einer einheitlichen Verkehrssprache drängen würden.

Die Entstehung des Schrifttums und die Entwicklung der religiösen Übersetzungsliteratur führten zu einer tiefgreifenden Entwicklung der deutschen Sprache. Unter dem Einfluss des Kirchenlateins waren in die deutsche Sprache zusammen mit den Begriffen der neuen christlichen Ideologie viele neue Wörter, meist abstrakte Begriffswörter, eingegangen; es entwickelte sich der Stil der gelehrten Prosa. In der Dichtung wurde Alliteration unter dem Einfluss des Lateins verdrängt.

Im X.-XI. Jhd. waren auch günstige Bedingungen für die Entwicklung der Berufslexik entstanden. Es entstanden spezialisierte Handwerksberufe. Es handelt sich um Gold- und Eisenschmiede, Schildmacher, Schwertfeger, Drechsler, Walker, Gerber, Schuster, Sattler. Ganz anders ist die Sprache der althochdeutschen Dichtung. Hauptkennzeichen dieser Sprache ist hohes Pathos.

5. Der althochdeutsche Wortschatz

Die ahd. Sprache besaß einen reichen Wortschatz, aus verschiedenen Bereichen: Dichtung, Vielzucht, Ackerbau, Rechtswesen, Heerwesen und die alltäglichen Wörter natürlich. Noch in der voralthochdeutschen Zeit wurden viele lateinische Wörter entlehnt (das war die erste Schicht der lat. Entlehnungen (am Anfang u. Z.):

vinum - Wein, calix - ahd. kelix - Kelch; ceresia - ahd. kirsa - Kirsche, murus - ahd. mura - Mauer; persica - ahd. pfersich - Pirsich, tegula - ziagal - Ziegel; moneta - munizza - Münze, strata - straззa - Straße.

Aus dem Lateinischen sind auch die Monatsbezeichnungen entlehnt: Martium - ahd. merzo.

Die Zweite lateinische Welle (ca. V.-VIII. n. Chr.). Dieser Kontakt ist geprägt durch die angelsächsisch-fränkische Mission. Dementsprechend fallen die Lehnwörter großteils in den liturgischen Bereich, z. B.: Priester, Probst, Pfründe, Küster, Dom, Münster, Kapelle, Kloster, Abt, Mönch, Nonne, Prälat (Klosterwesen), Beichte - ahd. bi-jiht (jehan „sagen”; daher eine Lehnübersetzung aus lat. confessio), Gewissen - lat. conscientia (Lehnübersetzung), Samstag - gr. Säbbton - hebr. sabbat (andere Formen: Satertag - Lehnübersetzung von lat. Saturni dies, Sonnabend - Lehnübersetzung).

Die Wörter, die dem Bereich der Kirchen und des Schulwesens gehören: claustrum - klostar, monachus - munih (Mönch), scola - ahd. scuola, scribere - schriban, tabula - ahd. tavala.

Die Entwicklung des Schrifttums bereicherte den Wortschatz. Intensiver wurden Wortbildungsprozesse, es entstanden die Suffixe -heit, -scaft, -tuom und die Präfixe gi-, un- (gibirgi - Gebirge).

Ein beliebtes Wortbildungsmittel im Deutschen war wie immer die Zusammensetzung: Erd - biba (Erdbeben), beta - hus (Bethaus), gast - hus, boum - garto (Baumgarten), sununtag (Sonntag).

Bei den Adjektiven erscheinen die Suffixe: -ag (bluotag - blutig), -ig (kreftig), -isc (irdisc - irdisch), -in (guldin - goldn).

Im Laufe der althochdeutschen Zeit entwickelten sich auch die Suffixe: -lieh, -bari, -haft, -sam: wiplich (weiblich), un-ent-lich.

Die Zusammengesetzten Adjektive sind im ahd. seltener als die zusammengesetzten Substantive, z. B. halbtot.

Im ahd. gab es viele schwache Verben: fulen (faulen), enton (endigen), ougen (zeigen), offan (öffnen).

Aus den Präpositionen und Adverbien entwickelten sich verbale Präfixe: bi-, gi-, ir-, ur-, ar- (er), for-, zar (zer), -int, -ant (ent), z. B. bi-queman (kommen).

Die trennbaren Präfixe waren auch ziemlich verbreitet: uf-springan (aufspringen), uf-stantan (aufstehen), us-gangan (ausgehen), nidar-sti- gan (niedersteigen).

Die zusammengesetzten Verben waren weniger verbreitet: follabrin- gan, missatruen (misstrauen).

Zusammenfassung

Die deutsche Nationalität ist aus den westgermanischen Großstämmen der Franken, Bayern, Alemannen, Thüringen und Sachsen hervorgegangen. Dieser Prozess dauerte vom V. bis zur Mitte des XI. Jhds. Eine führende Rolle spielten dabei die Franken und ihr König Chlodwig. Das Frankenreich erreichte seine Blütezeit unter Karl dem Großen. Im Jahre 843 wurde das große Karolingische Reich durch den Vertrag von Verdun unter den Enkeln Karls des Großen aufgeteilt. Den östlichen Teil (das spätere Deutschland) erhielt Ludwig der Deutsche.

Die schriftliche Überlieferung der deutschen Sprache beginnt um 770. Sie ist in der althochdeutschen Epoche eng mit dem Kirchenleben verbunden. Die ersten deutschen Sprachdenkmäler waren Glossare, Vokabelverzeichnisse mit Übersetzungen und Interlinearübersetzungen der kirchlichen Texte. Die Grenzen der althochdeutschen Territorialdialekte wurden von den Herzogtümern bestimmt. Die ahd. Sprache besaß einen reichen Wortschatz, aus verschiedenen Bereichen: Dichtung, Vielzucht, Ackerbau, Rechtswesen, Heerwesen und die alltäglichen Wörter natürlich. Noch in der voralthochdeutschen Zeit wurden viele lateinische Wörter entlehnt. Ein beliebtes Wortbildungsmittel im Deutschen war die Zusammensetzung.



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